Mehrfamilienhaus aus Holz

Manche Bauherren wissen ganz genau, was sie wünschen. Dann arbeiten unsere Planer und Architekten wie Dolmetscher, die vorhandene Konzepte und Ideen in die Sprache des Holzbaus übersetzen. So geschehen bei diesem attraktiven Mehrfamilienhaus in Fürstenfeldbruck, das darüber hinaus ein wahres Energiebündel ist.

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Ein Mehrfamilienhaus aus Holz

Als Martin Lohde uns zum ersten Mal besuchte, staunten wir nicht schlecht. Nur selten bringen unsere Baukunden so konkrete Vorstellungen und ausgearbeitete Entwürfe mit wie der Garten- und Landschaftsarchitekt aus Fürstenfeldbruck. Gemeinsam mit seinem Bruder Stefan Lohde wollte er auf dem Grundstück seines Elternhauses, in dem die Mutter noch heute lebt, ein Mehrfamilienhaus in ökologischer Bauweise als Plusenergiehaus bauen. In unserem hausinternen Planungsbüro arbeiteten wir die Entwürfe der Brüder aus und passten sie für die speziellen Erfordernisse der Holzbauweise detailliert an. Anschließend wurde das Haus von uns gebaut und am festgelegten Einzugstermin pünktlich übergeben. Dies war bei diesem Projekt ein besonders wichtiges Ziel, weil die Wohnungen ab November 2020 vermietet werden sollten.

Nachhaltige Architektur für ein klimaschonendes Wohnen

Heute steht auf dem parkähnlichen Grundstück mit altem Baumbestand, etwas versteckt zwischen denkmalgeschützten Villen, ein modernes Vier-Parteien-Gebäude aus Holz. Stilistisch orientiert sich das zurückhaltende Gebäude an einer klassischen aber reduzierten Formensprache des ländlichen Stils. Das16 Meter lange Haus besticht durch eine klare, symmetrische Aufteilung. Auf Anhieb fallen die großen, raumhohen Glasfronten zur Gartenseite auf, die jede Wohneinheit mit der Natur verbinden, denn das Mehrfamilienhaus wurde längs in separate Wohneinheiten geteilt. Auf diese Weise ist ein gestreckter Grundriss entstanden, um den verfügbaren Raum möglichst optimal zu nutzen. Die Sichtachsen in den Wohnungen erstrecken sich so vom nördlichen Eingangsbereich bis hin zur südlichen Fensterfront in Richtung des großen Gartens, an dessen Ende sich unbebaute Grünflächen anschließen. Bereits beim Eintritt in die Wohnung genießen die Bewohner einen Blick ins Grüne. Die größeren Wohnungen des Erdgeschosses sind mit einer Innentreppe zum gut belichteten Untergeschoss verbunden, wo sich jeweils zwei weitere Räume mit Fenstern und ein Bad befinden.
Alle Wohnungen wurden sehr hochwertig ausgestattet. Unter den Böden aus Eichenholzdielen befindet sich eine Fußbodenheizung. Die bodentiefen Holzfenster mit Dreischichtverglasung garantieren wohlige Wärme im Winter, im Sommer sorgen elektrisch betriebene Raffstores für einen außenliegenden Sonnenschutz. Für einen ausreichenden Luftaustausch bürgt eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die gemeinsam mit der diffusionsoffenen Holzbauweise zu einem exzellenten Raumklima beiträgt. Zudem wurden die Balkone und Terrassen luxuriös mit einer Holzauflage versehen. Als Landschaftsarchitekt brachte Martin Lohde natürlich das Fachwissen und ästhetische Gespür mit, um das Haus optimal in seine grüne Umgebung einzubetten.

ÖKOLOGISCHES VORZEIGEOBJEKT MIT ENERGIEÜBERSCHUSS

Die Brüder Martin und Stefan Lohde eint als Bauherren ihr Idealismus für den Umweltschutz. Weil Holz der einzige Baustoff ist, bei dessen Entstehung CO2 nicht produziert, sondern gebunden wird, fiel ihnen die Entscheidung für ein komplett recyclefähiges Haus in Holzständerbauweise leicht. Das Mehrfamilienhaus wurde aus nachwachsendem Fichtenholz errichtet und mit recycelten Zellulose-Dämmstoff isoliert. Dadurch entzieht das Haus bereits aufgrund seiner Bauweise der Umwelt rund 81 Tonnen CO2 und bindet das Treibhausgas nachhaltig über die gesamte Lebensdauer des Hauses.
Aus gleichem Grund legten die beiden Bauherren sehr viel Wert auf ein klimaschonendes Haustechnikkonzept mit regenerativer Energieversorgung, für das selbstverständlich finanzielle Zuschüsse in Form von Fördergeldern abgerufen werden konnten. Das Plusenergiehaus produziert mehr Energie als es verbraucht. Um dies zu erreichen, besitzt das Haus eine Wärmepumpe, die über Erdwärmekollektoren im Garten die in der Erde gespeicherte Sonnenwärme nutzt. Ergänzend verfügt es über einen Stromspeicher, der mit zwei Photovoltaikanlagen mit je bis zu 20 Kilowatt Maximalleistung auf dem Dach kombiniert wurde. Durch die Batteriespeicher können die Stromüberschüsse selbst genutzt werden, was weitaus lohnenswerter ist als die Einspeisevergütung. Dies ist bei diesem Haus besonders sinnvoll, weil es als Plusenergiehaus jährlich circa 18.000 Kilowattstunden Strom erzeugt, aber nur 13.000 Kilowattstunden verbraucht. Um eine maximale Ausbeute zu erreichen, sollen zusätzlich noch zwei Stromzapfsäulen in der Garage installiert werden, an denen Elektroautos die überschüssige Energie tanken können. Das Herz des Hauses schlägt in einem kleinen Technikraum im Keller. Zentral untergebracht ist hier ein 600 Liter fassender Pufferspeicher für Warmwasser, außerdem finden sich hier sämtliche Installationen für Wasser und Strom. Das Wohnen und Leben im Plusenergiehaus ist aufgrund des behaglichen Raumklimas und der energetischen Standards für die Mieter hochattraktiv, da nur sehr geringe Heizkosten in dem Holzhaus anfallen. Es wundert daher nicht, dass mit Stefan Lohde einer der Bauherren selbst in eine der hübschen Wohnungen des Hauses eingezogen ist.